Vom Brettacher Gänsegarten

Nicht nur wegen der geschätzten Daunen und dem allseits beliebten Weihnachtsbraten wurden früher Gänse gehalten. So auch in Brettach. Viele Gänsehalter in der beengten Ortslage konnten aber diesen Haustieren keine artgerechte Schwimmgelegenheit bieten. Sie lebten buchstäblich auf dem Trockenen.

Schließlich nahm sich die Gemeinde des Problems an. Ein Gänsegarten mit einem Gänseteich wurde eingerichtet. Dieser Swimmingpool mit Liegewiese für die schnatternden Schönheiten lag damals an der Westseite des Brettacher Friedhofes. Dieser „Gänsezoo“ war ungefähr 6-8 ar groß und auf drei Seiten eingezäunt. Die vierte Seite bildete die Friedhofsmauer. Durchflossen wurde der Gänsegarten vom Klingenbächle, das Oberflächenwasser vom Grundteich und Keinerbrunnenwasser führte. Dieses Bächle wurde gestaut und ein kleines Gänsebad entstand.

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Jetzt brauchte man natürlich einen Gänsehirten oder eine -hirtin. Diese holten frühmorgens um 7 Uhr die Tiere im Ort zusammen, indem sie mit der Handglocke anzeigten, dass jetzt die Türle der Gänseställe zu öffnen seien. Nun watschelte die Schar schnatternd über die Hauptstraße zur Mühlstraße und zum Gänsegarten. Oftmals erhob sich die Gänseschar vom Boden, um im Tiefflug und mit Geschrei schneller das geliebte Wasser zu erreichen. Wenn das passierte war es angesagt schnellstens aus dem Wege zu gehen.

Abends kehrten die meist weiß gefiederten Tiere, natürlich unter Aufsicht, wieder zurück. Allerdings brauchte ihnen niemand den Weg zu zeigen, den fanden sie immer von ganz alleine. Also braucht niemand von der „dummen Gans“ zu reden.

Ein kleines Bonbon erhielt der Gänsehirte, wenn eine Gans im Gänsegarten ein Ei legte. Das durfte er dann nämlich behalten.

Nach einer schriftlichen Erzählung von Herrn Paul Ehmann, heute wohnhaft in Haigerloch, Internettext geschrieben von Daniela Sabatino und Lydia Ebinger (Klasse 4a)